Rosenblütenblätter (7) – mein langsames Blognotat

Froto: pe

… Sie trug kein dickes Fell, nur eine dünne Haut in diesen frischen Morgen. Kühle Feuchte hing noch im Birkengeäst, aus dem der Rabe knarrte: „Nebliger Morgen verhüllt alle Sorgen.“ Nora sah auf, ihr Blick suchte nach Schemen in der Dunstwolke. Erst als der Rabe die Flügel hob, entdeckte sie ihn in den milchigen Schleiern und konterte: „Ein vernebelte Blick bricht schnell das Genick.“
Ihr neuer Freund aus der Landschaft segelte zu ihr und spazierte stumm mit Nora durch das tropfnasse Gras. Sie fröstelte und fingerte nach dem Briefkuvert in ihrer Jackentasche. Seit Tagen trug sie es ratlos mit sich. Nun zog sie es aus hervor und entfaltete das eingesteckte Blatt. Wohin sollte sie diese leere Seite führen? Auf dem weißen Grund erschienen plötzlich Worte. Nora staunte erschrocken: „Rabe, sieh, plötzlich steht hier etwas.“ Der Schwarze hüpfte auf die Frau zu, drehte neugierig seinen Kopf zur Seite und sie las ihm die Zeile vor: „Besinn dich auf das, was du bist, und lass dich nicht entmutigen.“ Kaum gelesen, verlöschten die Worte…

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